Fragebögen

Erhebungsinstrumente in der klinischen Sexualforschung
und sexualmedizinischen Praxis

Datenerhebungs- und Forschungsinstrumente am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité

Sexualmedizinisch relevante Daten sind für gewöhnlich ausschließlich im Rahmen eines vertauensvollen Gesprächs zwischen Therapeut und Patient bzw. zwischen Diagnostiker und Proband als zeitaufwendige Sexualanamnese erhebbar. Zur kompetenten Durchführung bzw. Erhebung einer sachverständigen Sexualanamnese bedarf es einer Qualifikation, die in den regulären Curricula der medizinischen und klinischpsychologischen Ausbildung fehlt bzw. nicht gelehrt wird. Eine diesbezügliche Qualifikation kann lediglich im Rahmen einschlägiger, „sexualmedizinischer Fort- und Weiterbildungen“ erworben werden, wodurch ein entsprechender zeitlicher und finanzieller Aufwand entsteht. Gleichzeitig besteht aber – unter anderem im Rahmen klinischer Forschung – ein Bedarf für die Verfügbarkeit standardisiert erhobener, sexualmedizinischer Daten, für die qualifizierte Erhebungsmöglichkeiten immer noch weitgehend fehlen. Ein Grund dafür, Datenerhebungs- und Forschungsinstrumenten am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité zu entwickeln, bestand folglich daran, standardisierte Erhebungsmethoden zur Verfügung zu stellen, die sexuelles Erleben und Verhalten in der notwendigen Bandbreite und Differenziertheit erheben und die kliniscßh relevanten Informationen dabei operationalisiert nach der Kriteriologie von ICD-10 und / oder DSM-IV erfassen zu können. Um Studierenden (genau wie Teilnehmern der postgraduellen, sexualmedizinischen Ausbildung) eine möglichst strukturierte sexualmedizinische Befunderhebung zu erleichtern und damit auch die anfängliche Unsicherheit im sexualmedizinischen Explorationsgespräch zu verringern, wurden am Berliner Institut spezielle Erhebungsinstrumente entwickelt, die dem Zweck dienen sollen, sexualmedizinische Diagnostik zu standardisieren, zu objektivieren und zu validieren, um dadurch eine praktikable und gleichwohl umfassende und differenzierte Datenerfassung im klinisch- praktischen Arbeitsalltag der Sexualmedizin zu ermöglichen. Im einzelnen sind seit 1998 am Berliner Institut die folgenden Verfahren entwickelt worden:

1. „Strukturierte Sexual-Anamnese“ SSA

2. „5 x 3 der Sexualmedizin“ SEXMED-5x3

3. „Fragebogen zum sexuellen Erleben und Verhalten“ FSEV

4. „Sexualmedizinischer Fragebogen bei chronischen Erkrankungen“ SFCE

5. „Inventar zu Dimensionen von Sexualität“ 3-D

6. „Evaluationsbogen zur sexualmedizinischen Gesprächsführung“ ESG

7. „Evaluationsbogen zu forensisch sexualmedizinischen Kenntnissen“ EFSK

8. „Forensisches Dokumentationssystem, Modul: Sexualdelinquenz“ FDS-S

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